Der ReparaturHelfer von MagischesAuge
ReparaturProzeduren Letzte Aktualisierung: 12.08.2009

Wichtiger Hinweis:


Wer noch keine Minimal-Instandsetzung gemacht hat, sollte dies zuerst tun.
Erst nach Überprüfung bzw. Austausch einiger weniger brandgefährlicher Bauteile ist es sinnvoll mit den folgenden Reparatur-Prozeduren weiter zu machen!


Genereller Netzteil check
Prozedur Kurzschluß
Prozedur zu große Stromaufnahme

Prozedur Tonendstufe überprüfen
Prozedur NF-Vorstufe überprüfen
alle Hinweise dieses ReparaturHelfers waren erfolglos
 

Genereller Netzteil check

Wichtiger Hinweis:

Wer noch keine Minimal-Instandsetzung gemacht hat, sollte dies zuerst tun.
Erst nach Überprüfung bzw. Austausch einiger weniger brandgefährlicher Bauteile ist es sinnvoll mit den folgenden Reparatur-Prozeduren weiter zu machen!

Am Besten ist derjenige beraten, der einen Stell- und Trenntrafo hat. Mit diesem kann man die Betriebsspannung langsam (von 0-240 Volt) hochdrehen und sehen/hören, was sich tut.

Man sollte natürlich zuerst die Sicherungen überprüfen. Ich hatte einmal den Fall, dass ein "Spezialist" statt einer 0.4 Ampere Sicherung eine sage und schreibe 10 Ampere Sicherung eingesetzt hatte :-(

Sind die Sicherungen und die Halter oxidiert? Haben die Sicherungen in den Sicherungshaltern, meistens in Form von Federkontakten einen guten Halt? Sind diese und die Sicherungen frei von Oxid?

In den meisten Fällen sind die Kondensatoren schadhaft. Sie trocknen aus, werden kapazitätslos oder bekommen einen Gleichstromwiderstand, der sich manchmal im ausgebauten Zustand komischerweise garnicht nachmessen läßt. Nicht selten knallt und dampft es heftig, wenn man eine alte Kiste einschaltet.

Man sollte die Einstellung des Netzspannungswählers überprüfen. Vor dem Einschalten kann man das Meßgerät an den Netzelko anschließen, um die Anodenspannung zu überprüfen. Das Netzteil kann man versuchsweise auch ohne eingesetzte Röhren am Stromnetz prüfen.


Ersatz der Netzteil-Elkos durch neue Elkos
Den alten "Becherelko" belässt man im Gerät und klemmt ihn ab. Auf der Unterseite des Chassis kann man mit Hilfe von Lötleisten die neuen Elkos montieren.
Auf die Polarität ist unbedingt zu achten!!!

Verfahren bei Wechselstromgerät mit Netztrafo:
Die Heizspannung messen,  4 Volt für A-Röhren und 6.3 Volt für E-Röhren, im Leerlauf ist die Spannung etwas größer. Die Skalenbeleuchtung hat meist die gleiche Spannung wie die Röhrenserie bei A- oder E-Röhren. Die Anodenwicklungen des Netztrafos sollten beim Einsatz von Gleichrichterröhren 2 mal 230 Volt liefern. Die zwei Wicklungen sind für die 2 Anoden und der "Zweiweggleichrichtung" erforderlich. Bei Geräten mit Gleichrichterröhren haben die Netztrafos meistens eine extra Heizwicklung nur für diese. Dies ist erforderlich, da die Gleichrichterröhren direkt geheizte Röhren sind (z.B. AZ11, AZ41) , an deren Katoden auch die Netzelkos hängen. Achtung: Anodenspannung an der Heizwicklung des Netztrafos!!! Bei Geräten mit Brückengleichrichter bzw. Selengleichrichtrer ist nur 1 Anodenwicklung des Netztrafos mit 230 Volt vorhanden.

Sollte es sich um ein Allstromgerät ohne Netztrafo handeln, ist folgendes zu beachten:
Vorsicht ist geboten bei sogenannten Allstromgeräten. Diese heißen so, weil man sie auch an einem Gleichstromnetz (gibt es meines Wissens nicht mehr) betreiben könnte.Sie haben nämlich keinen Netztrafo und sind daher unglücklicherweise nicht netzgetrennt. Dies kann sehr gefährlich werden! Immer nur eine Hand am laufenden Gerät. Die andere in die Hosentasche stecken! Denn bei Allströmern liegt zeitweise das volle Netz (die Phase) an der Chassismasse. Also vorsicht. Das Chassis darf nicht direkt geerdet sein, sonst knallt es!

In Allstromgeräten erfüllt die Skalenlampe oft die Funktion der Sicherung. Brennt sie durch?  Prozedur Kurzschluß
Leuchtet sie zu hell?  Prozedur zu große Stromaufnahme
siehe auch  Prozedur Kurzschluß

Tipp: Wer keinen Regel-Trenntrafo hat, der kann das Gerät über eine 60-Watt Glühbirne - in Reihe zum Radio - betreiben. Wenn die Glühbirne hell brennt, liegt im Gerät ein Kurzschluß oder eine zu hohe Stromaufnahme vor.
 
 
 

Prozedur Kurzschluß

Wichtiger Hinweis:

Wer noch keine Minimal-Instandsetzung gemacht hat, sollte dies zuerst tun.
Erst nach Überprüfung bzw. Austausch einiger weniger brandgefährlicher Bauteile ist es sinnvoll mit den folgenden Reparatur-Prozeduren weiter zu machen!

Prüfe den Netzschalter, die Netzleitungen usw... Eventuell sind die Leitungen porös und haben Kurzschluß.

Verfahren bei Wechselstrom-Gerät mit Netztrafo:
Löte die Heizwicklung ab und versuche einen eventuellen Schluß in der Heizspannungs-Versorgungs-Leitung zu lokalisieren. Dazu sind alle Röhren rauszunehmen und auch die Skalenlampe. Manchmal ist die Leitung ineinander verdrillt und die Isolation ist ab, so dass es einen "Kurzen" gibt! Die Leitung kann so heiß werden, dass es dampft.
Andere mögliche Ursachen: Netztrafo ist defekt, Windungsschluß der Anodenwicklung, Gleichrichter oder Netzelko defekt. Den Kurzschluß von Gleichrichter oder Netzelko kannst Du "ohmisch" messen.

Verfahren bei Allstromgerät ohne Netztrafo
Möglicherweise ist hier ein Teerkondensator im Heizkreis schadhaft.

siehe auch  Genereller Netzteil check Prozedur zu große Stromaufnahme
 

Prozedur zu große Stromaufnahme

Wichtiger Hinweis:

Wer noch keine Minimal-Instandsetzung gemacht hat, sollte dies zuerst tun.
Erst nach Überprüfung bzw. Austausch einiger weniger brandgefährlicher Bauteile ist es sinnvoll mit den folgenden Reparatur-Prozeduren weiter zu machen!

Bei Allstromgeräten: Fehlerhafter bzw. fehlender Urandioxidwiderstand zur Stabilisierung der Heizstromes
Bei Wechselstromgeräten: Windungsschluß in der Anodenwicklung des Netztrafos

Endstufe defekt Prozedur Tonendstufe überprüfen
Netzteil defekt  Genereller Netzteil check

 

Prozedur Tonendstufe überprüfen

Wichtiger Hinweis:

Wer noch keine Minimal-Instandsetzung gemacht hat, sollte dies zuerst tun.
Erst nach Überprüfung bzw. Austausch einiger weniger brandgefährlicher Bauteile ist es sinnvoll mit den folgenden Reparatur-Prozeduren weiter zu machen!

Röhren EL11, EL41, EL84, ... diese ggf. zum Testen austauschen
Die Betriebsparameter der Endstufenröhre werden jetzt überprüft (bezogen auf eine EL84)

1.) Als erstes prüfst Du hier die negative Gittervorspannung der Endstufenröhre. Wenn die Katode über 170 Ohm an Masse anliegt (parallel zu einem Elko von 50-100uF/12-15V) sollte die Spannung an der Katode ca. 7 Volt betragen. Liegt die Katode an Masse, so wird die negative Gittervorspannung auf andere Weise gewonnen. In diesem Fall liegt der Minus-Ausgang vom Netzteil über ein niederohmigen Leistungs-Widerstand an Masse und das Steuergitter wird hochohmig mit der so gewonnenen negativen Spannung verbunden. Auch hier liegt ein Elko parallel zum Widerstand. Die Elkos trocknen gerne aus und haben Schluß, was zur Herabsetzung der Gittervorspannung führt und die Röhre in einen falschen Arbeitspunkt versetzt.

Defekte Teile in Vor- und Endstufe

Ist die Gitterspannung zu klein oder gar positiv, solltest Du den Koppelkondensator zum Anodenkreis der NF-Vorstufenröhre von ca. 0.01-0.047uF entfernen!
Die Endstufenröhre verzerrt das Signal und außerdem bekommt sie im Extremfall gerne "rote Backen", da auch der Anodenstrom unzulässig hoch ist (!).  Röhren mögen diesen Zustand nicht auf Dauer und neigen dazu auszufallen!

Wenn kein Ton: Überprüfe nun die Verbindung zum Lautsprecher und diesen selbst. Ist dies OK (machmal ist auch der Lautsprecherschalter defekt), schalte wieder ein und messe die Anodenspannung der Endröhre.
 

2.) Prüfe die Anodenspannung
Sie sollte etwas kleiner als die Anodenversorgungsspannung sein, also z.B. 210 Volt. Hervorgerufen wird dies durch den Spannungsabfall am Ausgangsübertrager für den Lautsprecher (Lautsprecherübertrager). Der Anodenstrom sollte ca. 35 mA betragen. Ist dies nicht der Fall, messe jetzt den primären Widerstand des Ausgangsübertragers. Liegt dieser bei ca. 400 Ohm, ist der Übertrager wohl ok. Wäre dieser unterbrochen, würde die Anode "in der Luft" hängen, was auf jeden Fall zu starkem Glühen des Schirmgitters und auf die Dauer zur Zerstörung der Endröhre führen kann.

Manchmal ist auch ein kleiner Kondensator (ca. 5000pF) der Primärwicklung parallel geschaltet. Vielleicht hat dieser einen Schluß? Wenn nicht, ist ggf. die Endröhre zu tauschen. Du kannst sie auch gerne zu mir zum Testen schicken (Bitte genügend Rückporto beilegen und vorher eine Mail schicken).

3.) Schirmgitterspannung überprüfen
Diese liegt in der Regel so hoch wie die Anodenbetriebsspannung (z.B. 230 Volt). Manchmal ist das Schirmgitter mit einem Widerstand von z.B. 200 Ohm mit der Anodenbetriebsspannung gekoppelt, der gerne hochohmig wird.

Sind die Betriebsparameter der Endstufenröhre überprüft, mache die Fingerprobe und berühre das Steuergitter (G1) der Endröhre mit dem Schraubendreher oder einer offenen Messgeräteleitung. Ein deutliches, aber angenehmes Brummen muss nun zu hören sein.

Prozedur NF-Vorstufe überprüfen
Wenn das Gerät am Tonabnehmer-Eingang, (falls dieser überhaupt vorhanden ist, sonst kannst Du auch am Steuergitter der NF-Vorstufe die "Fingerprobe" durchführen) nicht oder fast nicht reagiert, wenn man mit dem Finger die Buchse berührt:

1.) Anodenspannung testen. Meistens liegt sie hier bei ca. 100 Volt. Hier ist meistens nach einem etwa 100 k-Ohm Widerstand von der Anode kommend ein 0.1 uF Kondensator gegen Masse. Aber es gibt auch hochohmig gewordene Widerstände, wobei vorallem die Hochohmigen, also die über 100 Kiloohm sind dazu neigen, auszufallen. Vorstufenröhren, sie liegen meistens mit den Demodulatorröhren zusammen (z.B. EABC, EAF, EBF...), gehen eigentlich so gut wie nie kaputt. Bei Pentoden (Röhren wie EBF89 oder EAF42) ist die Schirmgitterspannung zu überprüfen und die liegt bei ca. 80 Volt. Wenn diese fehlt oder wesentlich kleiner ist, ist entweder der Gittervorwiderstand (um 500 k-Ohm) oder der Beruhigungskondensator (um 0.1 uF) defekt.

Defekte Teile in Vor- und Endstufe
 

alle Hinweise dieses ReparaturHelfers waren erfolglos